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Hannoversche Allgemeine Zeitung
Kurzweilig
NDR: Das Klavierduo Mona und Rica Bard


Paganini galt als Teufelsgeiger. Viele haben ihn wieder auferstehen lassen. So
auch der polnische Komponist Witold Lutoslawski, der seine Paganini-Variationen 1941 gleich zwei Flügeln in die Tasten schrieb. Wie das klingt, demonstrierte das Klavierduo Mona und Rica Bard zu Beginn des Konzerts Junger Künstler. Töne als freche Kobolde, einem rasanten Perpetuum mobile gleich, tanzten sinnbildlich in die Ohren der Zuhörer. Perfekte Abstimmung, musikalische Noblesse und wohltuend gezügelte Dynamik prägten aber auch noch den weiteren Verlauf dieses Abend im Kleinen Sendesaal des NDR.

Ausnahmen bestätigen die Regel. Doch wieder einmal steht ein Schwesternpaar auf dem künstlerischen Sprung nach oben. Eine der wesentlichen Stärken von Mona und Rica Bard: Sie leisten sich auch schwächere Kompositionen, was der Stringenz eines Abends aber durchaus zugute kommen kann. Schumanns vierhändige „Bilder aus dem Osten“ ließen da einen Blick auf romantische Hausmusikidylle zu, während Mozarts Sonate für zwei Klaviere KV 448 glaubhaft bestätigte, zu welch kurzweiligem Konzertieren dessen Schülerinnen mit ihrem Meister befähigt waren. Brahms Variationen über ein Thema von Haydn und Ravels „La Valse“ sind da aus anderem Holz geschnitzt. Hier überzeugten Mona und Rica Bard zuerst durch bemerkenswerte kammermusikalische Dichte, dann durch eine griffige Walzerapotheose. Viel Beifall schließlich nach den gezielt gesetzten Schlusseffekten.


GÜNTER HELM