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Frankfurter Allgemeine Zeitung |
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Ernste
Tänze
Mona und Rica Bard
StaraIIüren wird
man den Schwestern Mona und Rica Bard nicht vorwerfen können, waren doch das
Auftreten und die Interpretationen des Klavierduos beim Konzert der von der Kammer- philharmonie
Merck veranstalteten Reihe “Podium Junger Solisten“ von tiefem Ernst und
beachtlicher technischer Reife geprägt. Ihr Konzert unter dem Motto “Klassik
Halb Fünf“ in der Darmstädter Centralstation mit Werken für Klavier zu vier
Händen begann mit der “Ouvertüre caractéristique et brillante“ h-Moll op. 54
(1824) von Carl Czerny. Die beiden Pianistinnen arbeiteten in ihrem sicheren
Spiel sehr plastisch ungewohnte harmonische Wendungen und dynamische Überraschungen
heraus. Den tiefgründigen und emotionalen Charakter der Fantasie f-Moll D 940
von Franz Schubert unterstrichen die jungen Künstlerinnen mit großem
Engagement. Die “Petite Suite“ von Claude Debussy ist ein Jugendwerk aus dem
Jahre 1889, das in allen vier Sätzen eine feinsinnige und leichte Stimmung verbreitet.
Sie wurde auf besonders sympathische Weise im “Menuet“ verwirklicht. Mit
variablem Anschlag ersetzten sie zudem charakteristische Instrumentenstimmen,
wie Oboe oder Streicher. In dem 1977 entstandenen “Locomobile“ von Werner
Heider (Jahrgang 1930) wanderte das von beiden Künstlerinnen markant
herausgehobene motorische Geschehen sichtbar durch alle vier Hände sowie das
Pedal. Aber auch die Vorstellung einer rasanten Maschine oder gar Lokomotive
konnten hörbar werden. Nach den gefälligen sechs Tänzen aus der im Jahr 1949
geschriebenen Ballettsuite “Souvenirs“ op.28 von Samuel Barber gab es als
Zugabe für den stürmischen Beifall noch den Ungarischen Tanz Nr. 4 f-Moll von
Johannes Brahms.
CHRISTIAN EKOWSKI
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